Geli S.

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„Entscheidung des Stehens und Gehens“

„…manchmal ist es eine Herzensangelegenheit zu gehen,
sein Haus zu verlassen, nur um woanders ein Haus zu finden.“

1966 in Berlin geboren, die freischaffende Künstlerin und Gestalterin lebt und arbeitet in Berlin und Remscheid. Ihr wesentliches Interesse gilt der Menschendarstellung. Den Formen, die uns alle gemeinsam sind und die uns immer aufs Neue faszinieren. Während und nach dem Studium ist das anatomische Zeichnen und das Aktzeichnen die Basis auf der sie ihre eigenwilligen Zeichnungen, Malereien und Objekte gestaltet.

Geli S. entwickelt in ihrer künstlerischen Arbeit narrative Bildserien, in denen sie sich allgemein menschlichen Themen nähert. Sie fühlt sich angetrieben die alltägliche Poetik des Einfachen darzustellen. In ihren Motiven verbindet sich der Reichtum und die uns allen nahe Beredsamkeit der menschlichen Figur mit der kühlen Sachlichkeit der abstrakten Zeichensysteme. Geli S. Gestaltungsserien erschließen sich als Ausdruck der den Motiven dienbar gemachten Schaffensenergien.

„Die schnelle, kraftvolle Bewegung muss auch schnell und kraftvoll gezeichnet werden.“

„Das ist ein Vogel. Das ist kein Vogel ­ ein Zeichen ­ ein Sinnbild für die freie Seele.

Das ist ein Haus. Das ist kein Haus ­ ein Zeichen ­ ein Sinnbild für das eigene Universum in Geborgenheit.“

Diese Ausstellung zeigt einen Entscheidungsrundweg, den wir täglich immer wieder beschreiten. Eine erzählende, poetische Auseinandersetzung mit Stabilität, der Gewohnheit, der Sicherheit des zu Hause seins und der Mobilität, der Reisebewegung, Orientierung, der Entscheidung des Unterwegs seins.

2005 und 2006 war Geli S. viel auf Reisen, u.a. in Südkorea und Uganda. Schon während dieser Zeit, so zeigen es auch ihre zahlreichen Skizzenbucheinträge, stellt sie die Frage nach der grundlegenden Wesenheit des Reisens ­ der Bewegung, des Gehens, AnkY´ommen zu wollen und wieder in Sicherheit sein zu können.

„Wir schlagen unser Bett auf und sind anderswo zu Hause.“

Dabei ist es ein unwissenschaftlicher Bilderbogen aus Zeichnungen, Fotocollagen, Malerei und Objekten. Geli S. erkennt in einer von Fragmentierung geprägten Lebenserfahrung die Gegensätzlichkeit, sucht diese Eindrücke zu verbinden und ihnen in ihren Gestaltungen zwischen Figuration und Abstraktion die Grundbedürfnisse des Lebens zurückzuerobern.

„- wie komme ich von A nach D? Über C oder B? ­

Immerwährend entscheiden wir uns zwischen Stehen und Gehen. Geschichten von Bewegung in Balance“

Geli S. nimmt den Betrachter mit in die Reduktion der Vielheit der Eindrücke auf Grundbewegungen (Stehen, Gehen) und Grundbedürfnisse, auf die einfachen Zeichen hinter denen sich die Gefühle und Bedürfnisse verbergen. Sie dechiffriert Fragen und Phänomene unserer Wirklichkeit, reduziert sie auf einfachste Zeichen, um sich selbst und vielleicht auch dem Betrachter ein Stück der Alltagspoesie dieses einzigartigen Lebens zu erhalten.