Rolf Löckmann- Begegnung mit der Vergangenheit – Berlin der 90-Jahre

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Rolf Löckmann, geb. 1942 in Wuppertal. Studium der Industrie-Formgebung an der Folkwang-Schule in Essen. 1972-77 Leiter des Ausbildungszentrums für Fotografie an der Stadtbildstelle Wuppertal. 1973-78 Dozent an der VHS Wuppertal. 1978-79 Lehrbeauftragter an der Hochschule Wuppertal/Bereich Design. 1976-82 Theaterfotografie an den Wuppertaler Bühnen. Seit 1977 freiberuflich tätiger Gestalter. Im Jahr 1977 bekam er den Von der Heydt-Förderpreis für dokumentarisch poetische Fotografie und in den folgenden Jahren mehrere Preise für Bücher und Broschüren. Seit 1974 Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland, u.a. in England, Frankreich, Tschechoslowakei, Bayern. Als Rolf Löckmann 1991, eineinhalb Jahre nach dem Fall der Mauer, Ostberlin besuchte, war er schockiert und fasziniert zugleich – fühlte er sich doch unvermittelt in eine Zeit versetzt, die er mit Kinderaugen sah. Die durchlebte Nachkriegszeit nahm überraschend sichtbare Formen an. Bröckelndes Mauerwerk, verblichene, blätternde Farben, Werkstätten um die Ecke, Läden, deren karges Angebot draußen im Fenster- und Türbereich in kunstvoller Handschrift an den Wandflächen angepriesen wurde; der Bäcker, der Kohlenhändler, der Milch- und Gemüsemann. Richtige Schaufenster ließ das knappe Angebot nicht zu; wenn etwas präsentiert wurde, so waren es Produktatrappen, Hoffnung auf vorhandene Ware weckend.